
Die Geschichte
130 Jahre Landhaus Gardels
Als gelernter Friseur wechselte Gustav Gardels aus Liebe zu Gastwirtstochter Liesa Ringe seinen Beruf. Am 8. April 1882 feierte er die Einweihung seines Gasthofes in Sankt Michaelisdonn, dem kleinen Kirchdorf im Herzen von Dithmarschen.
1892 erfolgte der Bau eines großen Saales mit Bühne für Theater- und Musikveranstaltungen. Außerdem errichtete Gustav Gardels den ersten ”Eiskeller” in St. Michaelisdonn. Das Natureis, im Winter mit Pferdefuhrwerken vom Badeteich hergekarrt, wurde im Sommer eimerweise verkauft.
Nebenbei war der Jung-Gastronom erfolgreicher Unternehmer seiner Limonaden- und Tafelwasserfabrik.
Gustav`s ältester Sohn Karl fiel im 1. Weltkrieg. Nach dem Tod des Vaters bewirtschaftete der zweitälteste Sohn Johannes - von Beruf Lehrer - zusammen mit seiner Schwester Emma den Betrieb, bis der jüngste Sohn Otto soweit war, mit seiner Frau Frieda die Gastwirtschaft zu übernehmen. Das war im Jahr 1920.
Auch Otto expandierte kräftig, ließ als Erster im weiten Umkreis eine Zentralheizung mit zentraler Wasserversorgung installieren, stockte zwei Etagen auf und bot seinen Gästen - als kleine Sensation in der damaligen Zeit - fließend warmes und kaltes Wasser. Nebenbei richtete Otto Gardels in seinem Haus das erste Kino der Gegend ein, wo die großen Stummfilmstars der 1920er Jahre über die Leinwand flimmerten.
Otto Gardels starb 1943, Sohn Walter fiel im Krieg, und so steuerten seine Frau Frieda und Tochter Lieselotte den Betrieb durch die Kriegswirren.
1949 heiratete Lieselotte den Flugzeugingenieur Hans Peters, der weiter anbaute und die erste öffentliche Badeanstalt mit Warmwasserbadewannen errichtete. Oma Frieda führte weiter in der Küche das Regiment.
1953 baute Hans Peters einen noch größeren Saal - mit 750 Sitzplätzen und umlaufender Galerie.
1964/65 wurde auf dem Fundament der alten Mineralwasserfabrik ein Gästehaus mit 17 neuen Hotelzimmern eröffnet, 10 davon hatten Dusche und WC. Aus dem alten Eiskeller wurde der Raum ”Hubertus”.
Das Hotel verfügte nun über 91 Zimmer, Hallenbad, 2 Kegelbahnen und 7 Klubräume.
1973, noch im Gründungsjahr der Ringhotels, trat Jens Peters dieser Hotelkooperation bei.
In den folgenden Jahren zeichnete sich ab,
daß das prognostizierte Wachstum der Industrie nicht eintraf. Jens Peters reagierte und verkleinerte nach und nach die Zimmerkapazität zugunsten des Komforts. Außerdem wurde ein professionell ausgestatteter Seminarbereich eingerichtet - heute eines der Standbeine des Betriebes.
1997 trat mit Sohn Jan Peters die 5.Generation an - mit neuen Ideen und einem neuen Konzept.
Im Mai 2001 wurde der Sauna- und Fitness-bereich eröffnet, der Umbau des Restaurants und der sanitären Einrichtungen erfolgte im Sommer 2006. Die Erneuerung des Empfangs-bereiches mit Bar und Rezeption wurde im Februar 2007 abgeschlossen.
Zwei Drittel der 50 Zimmer sind inzwischen renoviert. Die Räume ”Hubertus” und ”Störtebeker” werden zum 130. Geburtstag im April 2012 in neuem Glanz erstrahlen.
Seit 2007 kocht Marc Schlürscheid hier auf hohem Niveau seine regionale Frischeküche, seit 2010 ist der Betrieb Mitglied bei der Kooperation FEINHEIMISCH.
Aus dem kleinen Landgasthof von 1882 ist ein Unternehmen mit 35 Mitarbeitern geworden mit dem Ziel, Tradition und Innovation harmonisch
zu verbinden – zum Wohlgefühl der Gäste ...






